April 2013  
Zu Besuch bei der Menschenrechtsaktivistin
Eren Keskin in Istanbul

 
   
Im April 2013 war ich, Ulrich Langmesser, Mitglied der Amnesty-Gruppe Iserlohn/Hemer, mit meiner Frau Gabi und unserem türkischen Freund Muzzafa für zwei Wochen in Istanbul. Dort habe ich die Gelegenheit ergriffen, den Istanbuler Menschenrechtsverein (IHD) zu besuchen, dessen zweite Vorsitzende Eren Keskin ist. Sie ist Anwältin für Menschenrechte und setzt sich unter anderem für Frauen ein, die von staatlicher Seite (Polizei, Militär und Gefängnispersonal) misshandelt worden sind. Vor zehn Jahren war Eren Keskin im Rahmen einer internationalen Amnesty-Kampagne mit dem Themenschwerpunkt Türkei bei uns in Iserlohn zu Gast. Da war es für mich selbstverständlich, Eren Keskin in ihrem Anwaltsbüro zu besuchen.
Vorher haben Gabi und ich einen Blumenstrauß gekauft, den wir ihr nach einer sehr freundlichen Begrüßung in ihrem Büro überreicht haben. Gabi und mich hat sie sofort wieder erkannt. Zuerst habe ich mich bedankt für den freundlichen Empfang und ihr Grüße von der Iserlohner Amnesty- Gruppe übermittelt. Eren Keskin hat uns dann von ihrer Arbeit berichtet und von dem Prozess vom Vortage. In diesem Prozess ging es wieder um Frauen, die von staatlicher Seite misshandelt wurden. Auf die Frage, ob sie mit dem Verlauf des Tages zufrieden war, sagte sie, dass sie ein gutes Gefühl habe. Außerdem sagte sie, dass die Anzahl der Prozesse gegen sie von über 100 vor 10 Jahren auf 30 im Jahre 2013 gesunken seien, dank der Menschen, die sich für sie eingesetzt haben und dank der EU. Das ganze Gespräch fand in einer angenehmen Atmosphäre statt. Wir wurden mit reichlich türkischem Tee versorgt. Nach dem Gespräch schenkte Eren Keskin zwei Bücher über die Menschenrechtsverletzungen an Frauen von staatlicher Seite. Diese Bücher sind allerdings in türkischer Sprache verfasst; ein schönes Abschiedsgeschenk. Nach einer halben Stunde haben wir uns herzlich voneinander verabschiedet, in der Hoffnung, dass wir uns in Iserlohn wieder sehen und sie bald den Friendensnobelpreis bekommt.
Dieser Besuch wird für mich unvergesslich bleiben.
Ulrich Langmesser, Mitglied der Amnesty-Gruppe Iserlohn/Hemer